Gegen Nationalismus, Rassismus, Sexismus

Am 3. Oktober finden in München die Feierlichkeiten zum Tag der deutschen Einheit statt. Wir finden, es gibt nichts zu feiern an einem wieder erstarkten Nationalismus, der sich in rassistischer Alltagspolitik und der Abwertung und Ausgrenzung von Menschen ausdrückt durch ihre Einteilung in nützlich und unnütz, legal und illegal, normal und pervers.
Deswegen wollen wir uns mit euch in einem No Nation Queerwalk an der Gegendemonstration beteiligen.

sonst immer Blackblock, diesmal lieber Queerwalk…

Reflektion und Kritik an den Herrschaftsverhältnissen und unseren eigenen Verstrickungen heißt für uns nicht, Härte zu zeigen, sondern Privilegien abzugeben und alternative Handlungsmöglichkeiten zu entdecken. Unsere politischen Aktionen sollen nicht geprägt sein von Konkurrenz, Leistungsdenken, Arroganz und autoritären Strukturen. Wir müssen keine ganzen Kerle sein, die sich über ein gemeinsames Feindbild identifizieren und vermeintliche Niederlagen und Schwäche als Punkt für den Gegner werten und nicht tolerieren dürfen.

Je härter die Auseinandersetzung, desto männlicher die Zusammenhänge?

Queere Aktivistinnen gehen mancherorts unter Morddrohungen auf die Straße. Auch im privaten Umfeld bergen Outings oft die Gefahr von Angriffen. Kämpfe für queere Sichtbarkeit setzen eine enorme Konfrontationsbereitschaft voraus.

Lasst uns diese Radikalität auf die Straße tragen!
Gegen eine staatlich regulierte Einteilung von Menschen nach Körper, Begehren, Papieren und Verwertbarkeit!
Gegen jede Diskriminierung!
Raus aus den Schubladen, Rollenmodelle in verwirrende neue Bahnen bringen!

ExpertInnentum zum 3.10.

Staatliche Geschlechterpolitik ist immer auch nationale Bevölkerungspolitik, in der die eindeutige Einteilung in Mann und Frau mit entsprechenden
Rollenerwartungen als Grundlage dient. Die heterosexuelle Kleinfamilie gilt als so schützenswert, dass jeder davon abweichende Lebensentwurf
finanziell und rechtlich diskriminiert wird. Heute unter dem Deckmantel der Romantik zwängt die staatliche Institution Ehe ihre Teilnehmerinnen
in ein wirtschaftliches Abhängigkeitsverhältnis, in dem sie einen Treueeid ablegen und im besten Fall für die Fortführung des Stammbaumes sorgen. Die rechtliche Gleichstellung der Homo-Ehe würde einigen wenigen die Aufnahme in das staatliche Privilegiensystem ermöglichen, aber nichts an der generellen Ungleichwertigkeit der verschiedenen denkbaren und gelebten Lebensentwürfe verändern.

Wir sind der Nebenwiderspruch.
Wir lehnen diskreditierende Aussagen über weibliches Auftreten ab und bekämpfen eine “Kritik”, die Männer im Drag als radikal wertet, Frauen in Pink mit Perücke aber ins Lächerliche zieht.

- queerkafe.blogsport.de

Mehr Infos zur Demo:
3oktober12.blogsport.de

03. OKTOBER 2012
Antinationale Demonstration
14.30 Uhr, Karlsplatz (Stachus)